Heft 14: Lebensqualitäts-Konzepte: Chancen und Grenzen

Wird die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten stärker berücksichtigt, eröffnen sich neue Chancen, Therapien und die Versorgung insgesamt zu verbessern. Der Stellenwert der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist Gegenstand der neuen Publikation des Frankfurter Forums im Diskurs-Heft Nr. 14. Unter dem Titel „Lebensqualitäts-Konzepte: Chancen und Grenzen“ werden Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Lebensqualitätsdaten in unterschiedlichen Kontexten des Gesundheitswesens diskutiert.

Das bisherige Modell der Medizin hat sich als Erfolgsgeschichte erwiesen, da die statistisch durchschnittliche Lebenserwartung immer noch alle fünf Jahre um etwa ein Jahr steigt. Doch gleichermaßen nimmt auch der Anteil der Patienten zu, der nicht geheilt werden kann, weil sie an chronischen Erkrankungen leiden. Vor diesem Hintergrund ist die Erhebung der von Patienten berichteten Lebensqualität ein sinnvolles Instrument, machen die Autoren im Diskurs-Heft deutlich.

Professor Dr. Matthias Rose verweist darauf, dass die empirische Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Dies lasse erwarten, dass die Messung patienten-berichteter Merkmale in Zukunft in ähnlicher Weise erfolgen kann wie die biomedizinischer Parameter. Wichtig sei es, Messskalen zu definieren und zu validieren, um eine Übertragbarkeit der Ergebnisse zu erreichen. Sinnvoll wären Messungen, die sich „subkortikal“ interpretieren lassen, so wie die Celsius-Angabe beim Fieberthermometer.

Professor Dr. Wolfgang Greiner erläutert, dass die Lebensqualitätsmessung in der Gesundheitsökonomie vor allem relevant ist, um Aussagen zum Nutzen einer Intervention ableiten zu können. Dabei seien für die Lebensqualitätsmessung Standards wie für jedes andere Messverfahren auch zu fordern. Die Gründe für die Ablehnung von Lebensqualitätsdaten im Kontext der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel bezeichnet der Autor als diskussionswürdig. Gründe dafür seien einerseits in der Rigidität der Erstattungs- und Bewertungsbehörden zu finden. Andererseits machten aber auch die Nutzer der entsprechenden Instrumente vermeidbare Fehler.

Professor Josef Hecken fordert, der Lebensqualität müsse im Zuge der frühen Nutzenbewertung ein deutlich höherer Stellenwert zukommen als bisher. Er plädiert dafür, das Fehlen von belastbaren Daten zur Lebensqualität in den Dossiers pharmazeutischer Unternehmen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu sanktionieren. Der Ansatz der Value-based-Medicine mache eine umfassende Betrachtung verschiedener Endpunkte und ihrer Bewertung im Kontext möglich. Der Autor mahnt, die Frage nach dem Patientenwohl dürfe nicht abstrakt-generell, sondern sie müsse im Einzelfall im Zusammenwirken der behandelnden Ärzte und des Patienten gestellt werden.

Dr. Ulrike Kluge erörtert mit Blick auf die gesundheitsbezogene Migrationsforschung, wie heterogen die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ist. Dies habe Konsequenzen für epidemiologische Studien zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Denn bei der Messung von Lebensqualität sei eine Vielfalt von Variablen zu berücksichtigen. So werfe Lebensqualität als Maß für Zufriedenheit Fragen bei einer Gruppe auf, deren Lebensbedingungen oftmals kaum Teilhabe- und Partizipationsmöglichkeiten zulassen. Die Autorin regt daher an, Erhebungsinstrumente mit Blick auf diese Zielgruppe zu modifizieren.

In der Diskussion plädierte das Plenum des Frankfurter Forums für größere Anstrengungen in Wissenschaft und klinischer Forschung, Lebensqualitätsdaten in hoher Stringenz zu erheben. Nötig sei eine intensive Diskussion, nach welchen Zielparametern Therapieerfolge gemessen und anschließend Ressourcen verteilt werden sollen.

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Heft 14:
Lebensqualitäts-Konzepte: Chancen und Grenzen
Editorial: Wie kann Lebensqualität trotz Alter und Krankheit erhalten werden?
Vortrag 1: Der Begriff der Lebensqualität in der Medizin – was ist darunter zu verstehen?
Vortrag 2: Kann subjektiv empfundene Lebensqualität objektiv gemessen werden?
Vortrag 3: Der Lilly Quality of Life-Preis: Förderung der Lebensqualitätsforschung seit 20 Jahren
Vortrag 4: Lebensqualität und Patientennutzen – Konsequenzen für die Nutzenbewertung
Vortrag 5: Lebensqualität von Menschen mit Migrationshintergrund und von Geflüchteten
Fazit: Die Messung von Lebensqualität benötigt mehr Rückenwind im politischen Diskurs

Heft 13: Preis- und Qualitätsorientierung im Gesundheitssystem

Der Preiswettbewerb ist gegenwärtig in der Gesetzlichen Krankenversicherung stark ausgeprägt, nicht aber der Qualitätswettbewerb. Dieses in vielen Facetten zu beobachtende Missverhältnis ist Gegenstand der neuen Publikation des Frankfurter Forums im Diskurs-Heft Nr. 13. Unter dem Titel „Preis- und Qualitätsorientierung im Gesundheitssystem“ nehmen fünf Autoren eine Bestandsaufnahme der zentralen Probleme vor und skizzieren Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven.

 

Im Beitrag von Professor Dr. Marion Haubitz wird die traditionelle Trennung des deutschen Gesundheitswesens in Versorgungssektoren kritisch dahingehend befragt, ob diese Struktur den Herausforderungen der Zukunft genügt – zumal vor dem Hintergrund eines absehbaren Fachkräftemangels. Aber auch mit Blick auf die demografische Entwicklung werden die Probleme insbesondere in ländlichen Regionen deutlich, Versorgungskonzepte für die Primär- bis hin zur Langzeitversorgung zu etablieren. Die Überwindung der Sektorengrenzen wäre eine zentrale Voraussetzung für einen Qualitätswettbewerb, der sich vor allem auf populationsorientierte Qualitätsindikatoren stützen sollte.

An politischen Initiativen zur Überwindung der Sektorengrenzen hat es in den vergangenen 25 Jahren nicht gefehlt, erinnert Gerhard Schulte in seinem Beitrag. Untersucht man die Gesetzgebungshistorie seit 1989, so zeigt sich, dass die Handlungsoptionen der Krankenhäuser schrittweise erweitert wurden. Dabei wurde aber versäumt, gleiche Wettbewerbsbedingungen für ambulant tätige Ärzte zu schaffen. Schritte zu einem sektorenübergreifenden Versorgungswettbewerb des Gesetzgebers wurden wiederholt konterkariert, so dass sich der fehlende Wettbewerb an der Sektorengrenze als eine Kombination aus Politik- und Systemversagen darstellt.

Vertragsärzte haben in der Vergangenheit eine ambivalente Rolle beim Wettbewerb der Krankenkassen untereinander gespielt, berichtet Dr. Manfred Richter-Reichhelm. Das galt etwa dann, wenn sie sich haben in Vertragsstrukturen einbinden lassen, deren primäres Ziel keineswegs immer eine bessere Versorgung war. Auch die Erfahrungen von Vertragsärzten aus Selektivverträgen lassen Zweifel aufkommen, ob gesetzliche Krankenkassen tatsächlich wie behauptet stets „Anwälte der Patienten“ sind. Nur wenn Kooperationen von Ärzten und Krankenkassen das unmittelbare Ziel haben, die sektorenübergreifende und populationsorientierte Versorgung zu verbessern, sind solche Kooperationen uneingeschränkt zu begrüßen.

In der stationären Versorgung in Deutschland ist der Wettbewerb in mehreren Dimensionen eingeschränkt, erläutert Karsten Honsel. So prägen beispielsweise die sich aus den Landeskrankenhausplanungen ergebenden Strukturen maßgeblich die Wettbewerbssituation der Krankenhäuser. Auch die duale Finanzierung, in deren Kontext die Häuser seit Jahren zu geringe und regional stark variierende Investitionsmittel erhalten, sorgt für Verzerrungen. Die vom Krankenhausgesetz vorgegebenen Ziele werden zwar durch die Wettbewerbseingriffe im Wesentlichen erreicht. Der hohe Anteil von Krankenhäusern mit Defiziten lässt aber erkennen, dass der gegenwärtige Finanzierungsmodus nicht nachhaltig ist.

Der Wettbewerb zwischen Leistungserbringern und der Kostendruck für die Krankenkassen haben Auswirkungen auf die Patienten – wie etwa ein wachsender Druck zur Inanspruchnahme von Selbstzahlerleistungen oder ein Innovationsstau im Leistungskatalog der GKV, da die maßgeblichen Akteure kein Interesse an seiner Ausweitung haben, schreibt Dr. Ilona Köster-Steinebach. Die vergleichsweise schwache Vertretung der Patienten im Gemeinsamen Bundesausschuss verhindert, dass die Patientenbeteiligung als ein effektiver Korrekturmechanismus wirken kann. Die fehlende Transparenz über die Leistungs- und Servicequalität der Ärzte und Krankenkassen stärkt ebenfalls die Position der Patienten und Beitragszahler nicht.

In der Diskussion zog das Plenum des Frankfurter Forums das Fazit, dass auch 20 Jahre nach dem Start des Krankenkassenwettbewerbs überzeugende ordnungspolitische Konzepte für einen flankierenden Qualitätswettbewerb noch ausstehen.

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Heft 13:
Preis- und Qualitätsorientierung im Gesundheitssystem
Editorial: Wettbewerb allein um niedrige Zusatzbeiträge geht fehl, ökonomisches Handeln aber bleibt unverzichtbar
Vortrag 1: Organisation der gesundheitlichen Versorgung: Wo stehen wir? Wo müssen wir hin?
Vortrag 2: Fehlender Wettbewerb an den Sektorengrenzen: Politik- oder Systemversagen?
Vortrag 3: Die Rolle der Vertragsärzte in einem Krankenkassenwettbewerb um Versicherte
Vortrag 4: Wie viel Wettbewerb verträgt ein Krankenhaus?
Vortrag 5: Sozialstaatsgebot und Wettbewerbsordnung: Wo bleiben Beitragszahler und Patienten?
Fazit: Politischen Konzepten für Qualitätswettbewerb fehlt es an ausreichend mächtigen Fürsprechern

Heft 12: Sozialstaatsgebot und Wettbewerbsorientierung

Heft_12_TitelDas Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen greift mit Heft 12 in der Reihe „Diskurse“ ein Thema auf, das auf der aktuellen gesundheitspolitischen Agenda keinen Platz mehr zu haben scheint. Unter dem Titel „Sozialstaatsgebot und Wettbewerbsorientierung“ fragen vier Autoren aus interdisziplinärer Perspektive nach dem Stellenwert und dem Verhältnis von Marktwirtschaft und Versorgungsgerechtigkeit.

Tatsächlich ist der Streit über Konzepte wie Bürgerversicherung und Gesundheitsprämie nicht mehr Teil der Tagespolitik. Beantwortet ist damit die Frage nach der Weiterentwicklung des hiesigen Mischmodells aus staatlicher Regulierung, Selbstverwaltung und Wettbewerb im Gesundheitswesen noch nicht. Wie soziale Gerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung unter den Bedingungen knapper Mittel auch künftig realisiert werden kann, ist offen.

Vorgestellt wird in dem Heft daher unter anderem ein „Ergänzungsmodell“. Das Modell orientiert sich nicht am absoluten Bedarf, sondern der Versorgungsanspruch eines Versicherten wird an der Absicherungsentscheidung eines Durchschnittsbürgers orientiert. Das Konzept sieht vor, die kollektive Gesundheitsversorgung regelmäßig um diejenigen Leistungen aufzustocken, die der Durchschnittsbürger freiwillig zusätzlich versichert. Damit, so der Autor, könne der Sozialstaat verhindern, dass ganze Bevölkerungsgruppen von der Normalversorgung abgekoppelt werden.

Da die polaren Modelle Bürgerversicherung und Gesundheitsprämie mit vielen Übergangs-  Umsetzungsproblemen behaftet sind, erfährt zur Zeit die reformierte Dualität von Gesetzlichen Krankenversicherung und Privater Krankenversicherung eine Renaissance. In der Vergangenheit sind durch regulatorische Eingriffe jeweils systemfremde Eingriffe in die GKV und PKV eingeführt worden – wie beispielsweise der Basistarif in der PKV oder Wahltarife mit Selbstbehaltsoptionen in der GKV. Dennoch ist eine Konvergenz der beiden Versicherungssysteme bisher nicht erkennbar. Daher steht zumindest mittelfristig eine reformierte Dualität, in der das GKV- und PKV-System jeweils auf der Versicherungs-, Versorgungs- und Vergütungsseite weiterentwickelt werden, im Zentrum der Reformbemühungen.

In dem Maße, wie der Begriff „Wettbewerb“ in der politischen Rhetorik in der Vergangenheit inflationär bemüht wurde, ist eine konsequente ordnungspolitische Ausrichtung des Gesundheitswesens aus dem Blick geraten. Dazu gehört zentral die Idee, durch wettbewerbliche Suchprozesse die Steuerung der Versorgung zu verbessern. Die bisher mit dem Selektivvertragswettbewerb verbundenen Hoffnungen haben sich ganz überwiegend nicht erfüllt. Es wird daher ein konkreter Vorschlag erläutert, wie ein selektivvertraglicher Innovationswettbewerb ausgestaltet werden müsste. Ein kassenindividuelles Forschungs- und Entwicklungsbudget, das mit Evaluations- und Publikationspflichten einhergeht, könnte dabei einen wichtigen Anstoß liefern.

Solidarität und Wettbewerb sind nicht unvereinbare Pole der Gestaltung der Versorgung. Angesichts der Tatsache, dass aus marktwirtschaftlichen Strukturen allein keine Versorgungsgerechtigkeit hergestellt werden kann, wird die Bewahrung der normativen Grundlagen der GKV zu einem ständigen Balanceakt, war ein Resümee der Diskussionen beim 12. Frankfurter Forum.

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Heft 12: Sozialstaatsgebot und Wettbewerbsorientierung
Editorial: Zusatznutzen durch Wettbewerb? Die Liste nicht eingelöster Versprechen ist lang
Vortrag 1: Wettbewerb im Gesundheitswesen: Ist noch Platz für Gleichheit und Gerechtigkeit?
Vortrag 2: Marktwirtschaft und Versorgungsgerechtigkeit – passt das zusammen?
Vortrag 3: GKV und PKV: Reformierte Dualität oder integrierter Versicherungsmarkt?
Vortrag 4: Solidarität und Effizienz als Widerspruch? Wettbewerbsordnung im Gesundheitswesen
Fazit: Die Verwirklichung der normativen Grundlagen der GKV erfordert einen ständigen Balanceakt

 

Heft 11: Sterbehilfe – Streit um eine gesetzliche Neuregelung

Die neue Veröffentlichung aus der Reihe Diskurse des Frankfurter Forums „Sterbehilfe – Streit um eine gesetzliche Regelung“ erscheint zu einer Zeit, in der der Deutsche Bundestag in die heiße Phase der Beratungen über ein reformiertes Recht der Sterbehilfe und -begleitung startet. In der Publikation kommen – wie schon in Heft 10, das sich dem gleichen Problemkomplex widmet – Experten der unterschiedlichsten Disziplinen zu Wort. Beleuchtet werden Erfahrungen in der Sterbebegleitung aus theologischer Sicht ebenso wie die Desiderate der palliativen Versorgung in Deutschland. Ausführlich wird zudem die ärztliche Handlungspraxis am Lebensende aus empirischer Perspektive untersucht. In einem eigenen Beitrag wird außerdem die nicht selten medizinisch umstrittene Behandlung von Krebspatienten am Lebensende diskutiert – dies vor dem Hintergrund, dass 20 bis 50 Prozent dieser Patienten in den letzten 30 Tagen vor ihrem Tod noch zytostatisch behandelt werden. Entsprechend fragt der Autor: „Wann kann weniger mehr sein“ und diskutiert Gründe, die einer qualitativ hochwertigen, multiprofessionellen Palliativversorgung im deutschen Gesundheitssystem entgegen stehen.

Angesichts der Einsichten in die komplexen Hintergründe, die das Plenum des Frankfurter Forums auf seiner Tagung im Oktober 2014 in Fulda gewonnen hat, wurde die Diskussion über Sterbehilfe als verkürzt wahrgenommen. Bis April 2015 liegen fünf interfraktionelle Positionspapiere von Abgeordneten des Bundestags vor. Ganz überwiegend bestand unter den Teilnehmern des Forums Konsens darüber, dass der gesetzliche Status quo der Sterbehilfe in Deutschland beibehalten werden sollte. Ebenso groß war der Konsens in der Ablehnung eines der Positionspapiere, in dem die ausdrückliche gesetzliche Regelung des ärztlich assistierten Suizids befürwortet wird. Dies, so wurde argumentiert, würde zu einer Grenzverschiebung ärztlichen Handelns führen.

Das Plenum des Frankfurter Forums appellierte an alle Verantwortlichen in Politik und Gesundheitswesen, einer verkürzten Debatte über den assistierten Suizid Einhalt zu gebieten. Nötig sei zum einen eine grundsätzliche innerärztliche Selbstverständigung ohne Zeitdruck und falsche Formelkompromisse über eine ethisch fundierte Handlungspraxis bei Patienten am Lebensende. Zum anderen geboten sei die seriöse Information der breiten Öffentlichkeit über die geltende Rechtslage, zentrale Begriffe sowie Stand und Chancen der palliativen Versorgung in Deutschland.

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Heft 11: Sterbehilfe – Streit um eine gesetzliche Neuregelung
Editorial: Die Sterbehilfedebatte generiert vorschnelle Antworten und verdeckt die tieferliegenden Probleme
Vortrag 1: „Freundschaft mit dem Tod“ ist keine Haltung für Angehörige, Ärzte, Pflegende und Seelsorger
Vortrag 2: Palliative Versorgung zu Hause und in der Klinik – Status quo und Perspektiven
Vortrag 3: Ärztliche Handlungspraxis am Lebensende: Empirische Daten, ethische Analysen
Vortrag 4: Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zur Sterbehilfe: Geringes Wissen in der Bevölkerung
Vortrag 5: Die Behandlung von Krebspatienten am Lebensende – wann kann weniger mehr sein?
Fazit: Grenzverschiebungen sind nicht angezeigt, eine bessere Palliativversorgung jedoch schon

 

Heft 10: Menschen in ihrer letzten Lebensphase – selbstbestimmt leben, in Würde sterben – Teil I

Heft 10: Menschen in ihrer letzten Lebensphase - selbstbestimmt leben, in Würde sterben - Teil IVorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind zwei Optionen, um Fragen der medizinischen und pflegerischen Versorgung und Behandlung in der letzten Lebensphase zu regeln. Tatsächlich sind aber viele Rechtsfragen im Zusammenhang mit der palliativen Versorgung sterbender Menschen in Deutschland ungeklärt. Dies verunsichert Betroffene, Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte. Vor diesem Hintergrund beleuchtet Heft 10 mit dem Titel „Selbstbestimmt leben – in Würde sterben“ das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.

Zwei Beiträge beschäftigen sich mit Rechtslage zur Sterbehilfe in Deutschland. Dabei werden aus der Sicht eines Richters auch Verfahren der Konfliktregelung im Fall unklarer Patientenverfügungen beschrieben. Weitere Autoren befassen sich mit spirituellen Fragen der Sterbebegleitung und fragen nach Qualifikationsanforderungen für Pflegekräfte, Ärzte und Seelsorger. Kritisch wird schließlich hinterfragt, inwieweit Fortschritte in der palliativen Versorgung in den vergangenen Jahren erreicht wurden – und welche Defizite weiter bestehen. Dabei gilt ein besonderer Fokus der palliativen Versorgung in ländlichen Regionen.

Das Plenum des Frankfurter Forums diskutierte alle Facetten der rechtlichen Unsicherheiten, Unzulänglichkeiten im Leistungsrecht und der Versorgungsmängel im Kontext der palliativen Versorgung. Dennoch zeigte sich das Forum zuversichtlich, dass die Ingredienzien für eine schrittweise zu verbessernde palliative Versorgung bekannt seien. Nötig sei ein Gesamtkonzept, das die multiprofessionelle Zusammenarbeit, wie sie in der hospizlichen Versorgung praktiziert wird, auch in der palliativen Versorgung Sterbender realisiert, und zwar unabhängig vom Sterbeort.

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Heft 10: Selbstbestimmt leben, in Würde sterben
Grußwort: STERBEHILFE UND STERBEBEGLEITUNG – eine theologische Annäherung
Editorial: Vollmacht und Verfügung, zwei ungeliebte Notwendigkeiten
Vortrag 1: Die Bedeutung existenzieller und spiritueller Fragen in der Sterbebegleitung
Vortrag 2: Recht auf Sterben, Beihilfe zur Selbsttötung, Tötung auf Verlangen: Was steht im Gesetz?
Vortrag 3: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Wollen Arzt und Patient immer das Gleiche?
Vortrag 4: Betreuung Sterbender: Sind Pflegekräfte, Ärzte, Seelsorger ausreichend qualifiziert?
Vortrag 5: Hospiz- und Palliativersorgung von Schwerstkranken und Sterbenden
Vortrag 6: Probleme der palliativen Versorgung in ländlichen Regionen
Fazit: Bessere palliative Versorgung: Es gibt kein Wissensdefizit, es fehlen konkrete Taten

 

Heft 9: Psychische Erkrankungen – Konzepte und Lösungen

Heft 9: Psychische Erkrankungen – Konzepte und LösungenNachdem im Diskurs-Heft 8 des Frankfurter Forums „Psychische Erkrankungen – Mythen und Fakten“ eine Bestandsaufnahme von Prävalenz und Trends bei psychischen Erkrankungen erfolgt ist, gibt Heft 9 einen Überblick über Versuche, die Versorgung von psychisch erkrankten Patienten zu verbessern.

Die Autoren beschäftigen sich unter anderem mit Friktionen bei der ambulanten Versorgung, wie sie sich beispielsweise in Wartezeiten äußern und diskutieren Lösungsansätze für eine bessere Steuerung der Patienten.

Breiten Raum im Heft nehmen auch Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen ein, wobei die Handlungsansätze der Gewerkschaften eigens berücksichtigt werden.

Deutlich werden dabei die verschiedenen Schnittstellen zwischen dem Gesundheitsmanagement von Unternehmen und außerbetrieblichen Akteuren – eine besondere Herausforderung für kleine und mittlere Betriebe.

Die Dringlichkeit, psychisch erkrankte Versicherte frühzeitig zu beraten, zeigt sich insbesondere in der Rentenversicherung. Wiederum ist die stärkere Vernetzung der Rentenversicherungsträger mit den anderen Kooperationspartnern angezeigt, um den Grundsatz „Reha vor Rente“ zu verwirklichen.

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Heft 9: Psychische Erkrankungen – Konzepte und Lösungen
Editorial: Über die Unvermeidbarkeit seelischer Not – ein Lebensbestandteil des Menschseins
Vortrag 1: Wirtschaftliche Folgen psychosozialer Erkrankungen in Deutschland
Vortrag 2: Qualität der Versorgungsabläufe auf dem Prüfstand
Vortrag 3: Prävention seelisch bedingter Erkrankungen am Arbeitsplatz – nur eine Frage für Ärzte?
Vortrag 4: Psychische Belastung im Betrieb – Lösungsansätze aus Arbeitnehmersicht
Vortrag 5: Psychische und psychosoziale Rehabilitation – der Beitrag der Rentenversicherung
Fazit: Frühzeitige Beratung, differenzierte Hilfen und bessere Patientensteuerung sind nötig

 

Heft 8: Psychische Erkrankungen – Mythen und Fakten

Heft 8: Psychische Erkrankungen – Mythen und FaktenDas Diskurs-Heft des 8. Frankfurter Forums „Psychische Erkrankungen – Mythen und Fakten“ beleuchtet das weite Feld seelischer Erkrankungen aus mehreren Perspektiven. Im ersten Schritt wird versucht, zentrale Begriffsbestimmungen vorzunehmen und Trends aufzuweisen. Hier ergibt sich der auf den ersten Blick widersprüchlich scheinende Befund, dass psychische Erkrankungen als Ursache für Frühverrentungen deutlich zunehmen, daraus aber nicht umstandslos auf eine steigende Prävalenz geschlossen werden kann. Vieles spricht dafür, dass – siehe das Beispiel „Burnout“ – psychische Belastungen größere mediale Aufmerksamkeit finden als früher. Die gewachsene Nachfrage nach professioneller Hilfe hat zugleich Versorgungsengpässe in den Fokus gerückt.

Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich psychischen Erkrankungen bei Migranten. Hierbei ist das Gesundheitswesen ein Spiegel der Diversifizierungsprozesse, die die Gesellschaft als ganze prägen. Ein weiterer Beitrag zu dem Themenkomplex zeigt am konkreten Beispiel, wie Hilfestrukturen aussehen können, die Migranten mit psychosozialen Problemen tatsächlich erreichen.

Ein dritter Schwerpunkt beschäftigt sich mit den inhärenten Defiziten des medizinisch dominierten Konzepts der Demenz. Plädiert wird in dem Beitrag dafür, Demenzen als ein Beziehungsgeschehen zu interpretieren. Eine Auffassung, die weitreichende Konsequenzen für Begleitung, Pflege und Betreuung dementer Menschen hat.

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 Heft 8: Psychische Erkrankungen – Mythen und Fakten
 Editorial: Vom Aderlass zum Night-Eating-Syndrom –
fehlt uns das Augenmaß für „Normalität“?
 Vortrag 1: Depression und „Burnout“ – Begriffsbestimmungen und Trends
 Vortrag 2: Menschen mit Migrationshintergrund – wer kümmert sich?
 Vortrag 3: Hilfe bei psychosozialen Problemen für Menschen mit Migrationshintergrund
 Vortrag 4: Erhaltung der Menschenwürde bei Demenzkranken – eine ethische Herausforderung
 Vortrag 5: Auswirkungen für Pharmaunternehmen mit Blick auf die Onkologie-Forschung?
 Fazit: Versorgungsangebote für psychisch Kranke müssen passgenauer werden

 

Heft 7: Individualisierte Medizin – die Grenzen des Machbaren

Heft_07_TitelAngesichts der bislang begrenzt erfolgreichen Diagnosetest- und Arzneimittel-Innovationen bei den sogenannten „Targeted Therapies“ stellt sich die Frage, ob die großen öffentlichen und privaten Forschungsressourcen, die die Industrie in diesem Feld investiert, richtig eingesetzt sind. Insgesamt ist die zielgerichtete Krebstherapie von wenigen Ausnahmen abgesehen noch Utopie, Patienten werden wie bisher nach dem Verfahren von „Trial and Error“ behandelt.  Vor diesem Hintergrund müssen angemessene Versorgungsstrukturen und -prozesse für den verantwortlichen Einsatz von „Targeted Therapies“ auf verschiedenen Ebenen erst noch geschaffen werden. Die Biomarker-Entwicklung hat sich bisher primär am technisch Möglichen orientiert. Das prospektive Potenzial der stratifizierenden Medizin kann sich aber nur dann entfalten, wenn sich die Forschung am tatsächlichen Versorgungsbedarf einer alternden Gesellschaft orientiert.

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 Heft 7:  Individualisierte Medizin – die Grenzen des Machbaren
 Editorial:  Personalisierte Medizin – Chancen, Risiken und offene Fragen
 Vortrag 1:  Konsequenzen für Krankenkassen und die Patientenversorgung
 Vortrag 2:  Diagnose- und Therapieoptionen in der gynäkologischen Onkologie
 Vortrag 3: Implikationen für Planung und Durchführung klinischer Studien?
 Vortrag 4: Diagnose- und Therapieoptionen in der Onkologie: kritische Analyse und Ausblick
 Vortrag 5: Auswirkungen für Pharmaunternehmen mit Blick auf die Onkologie-Forschung?
 Fazit: Das Forschungskonzept ist plausibel, der Patientennutzen bisher begrenzt

 

Heft 6: Chancen und Risiken individualisierter Medizin

Heft_06_TitelDie medizinischen Möglichkeiten, die sich mit dem Konzept der individualisierten Medizin verbinden, verheißen Fortschritte in der Behandlung von Patienten. Doch die rechtlichen, ökonomischen und ethischen Implikationen des Einsatzes der individualisierten Medizin können nur im Einzelfall bewertet werden, weil sich ihr Nutzenpotenzial gegenwärtig nicht abschließend abschätzen lässt. Der gegenwärtige Stand der individualisierten Medizin stellt eine aufgestoßene Tür zu neuen Erkenntnissen dar, die die Medizin in einigen Teilen verändern wird. Ob daraus eine medizinische Revolution wird, bleibt abzuwarten.

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 Heft 6: Chancen und Risiken individualisierter Medizin
 Editorial: Ideen und Konzepte gibt es, doch es fehlen Maßschneider für neue Versorgungsformen
 Vortrag 1: Medizinische Aspekte – eine maßgeschneiderte Versorgung der Zukunft?
 Vortrag 2: Welche juristischen Herausforderungen und Probleme müssen bewältigt werden?
 Vortrag 3: Ökonomische Aspekte – bessere Versorgung bei gleichzeitiger Kostendämpfung
 Vortrag 4: Ethische Herausforderung für Patient, Arzt und Gesellschaft
 Fazit: Fortschritte für Patienten sind nicht verbrieft, ein kontinuierliches Monitoring ist unverzichtbar

Heft 5: Versorgung in einer alternden Gesellschaft

Heft_05_TitelDie Herausforderungen einer angemessenen Versorgung in der alternden Gesellschaft sind bekannt, doch wir sind weder personell noch strukturell in Deutschland so gut aufgestellt, dass wir die anstehenden Probleme mit den bekannten „Bordmitteln“ lösen könnten. Es gibt Insellösungen und Leuchtturmprojekte. Doch was fehlt, sind flächendeckende Versorgungskonzepte. Case-Management-Projekte der Krankenkassen haben zudem immer wieder gezeigt, dass nicht allein die ärztliche Versorgung eine Determinante für den Erfolg ist, sondern gleichermaßen die pflegerische Versorgung sowie psychosoziale Faktoren entscheidend sind. Es fehlt nicht an Konzepten für eine maßgeschneiderte Versorgung, aber es fehlt an „Maßschneidern“, die die Verantwortung für eine populationsorientierte Versorgung übernehmen könnten.
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Heft 5: Versorgung in einer alternden Gesellschaft
 Editorial: Neues Denken, neue Versorgungskonzepte – unsere alten Bordmittel werden nicht reichen
 Vortrag 1: Aktuelle Situation und Zukunft in der vertragsärztlichen Versorgung
 Vortrag 2: Koordiniertes Versorgungsmanagement für ältere und multimorbide Patienten
 Vortrag 3: Patientenbegleiter als Scharnier zwischen Arzt und chronisch Kranken
 Vortrag 4: Koordinierte Behandlung und Versorgung alter und multimorbider Patienten
 Fazit: Ideen und Konzepte gibt es, doch es fehlen Maßschneider für neue Versorgungsformen


Heft 4: Priorisierung, Rationierung – Lösungsansätze

Heft_04_TitelBislang ist kein Konsens im deutschen Gesundheitswesen ersichtlich, nach welchen Kriterien und von welcher institutionellen Plattform aus ein Priorisierungsverfahren starten könnte. Doch es gibt Erfahrungen im Ausland, von denen Deutschland profitieren könnte.

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Heft 4: Priorisierung, Rationierung – Lösungsansätze
Editorial: Krankenkassen im Plus – dies wäre Gelegenheit für eine Debatte über Priorisierung
Vortrag 1: Strukturierte zielorientierte Versorgung aus Sicht des G-BA – das Beispiel Depression
Vortrag 2: Die Kosten-Nutzen-Bewertung als Allokationsinstrument – eine ethische analyse
Vortrag 3: Hilft ein Patientenrechtegesetz bei der medizinischen Versorgung der Menschen?
Fazit: Modus und institutionelle Plattform für eine Priorisierungsdebatte in Deutschland sind noch nicht gefunden


Heft 3: Priorisierung, Rationierung – begriffliche Abgrenzung

Heft_03_TitelDie Notwendigkeit von Ranglisten für medizinische Leistungen ist heiß umstritten. Debattiert wird dabei nicht nur darüber, ob diese Debatte ethisch geboten ist, sondern auch, wie die Vor- oder Nachrangigkeit einzelner Verfahren oder Interventionen festgelegt werden könnte.

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Heft 3: Priorisierung, Rationierung – begriffliche Abgrenzung
Vortrag 1: Müssen die Ethischen Grundsätze unserer Gesellschaft modifiziert werden?
Vortrag 2: Erschließung von Rationalisierungsreserven im deutschen Gesundheitswesen
Vortrag 3: Juristische Implikationen für Entscheidungsverfahren und Entscheidungsmaßstäbe
Vortrag 4: Hilft ein Patientenrechtegesetz bei der medizinischen Versorgung der Menschen?
Fazit: Weder das „Ob“ noch das „Wie“ von Priorisierung und Rationierung sind konsensfähig






Heft 2: Versorgungskonzepte für eine alternde Gesellschaft

PDF lesen: Heft 2 - Versorgungskonzepte für eine alternde GesellschaftDie Gesellschaft des langen Lebens wird demografische Realität, doch das Gesundheitswesen ist auf die ärztlichen und pflegerischen Herausforderungen noch nicht ausreichend vorbereitet.

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Heft 2: Versorgungskonzepte für eine alternde Gesellschaft
Vortrag 1: Spezielle Versorgungsanforderungen für ältere und alte Patienten
Vortrag 2: Alt werden in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels
Vortrag 3: Alt, krank, pflegebedürftig – werden wir den Anforderungen gerecht?
Fazit: Das smarte Versorgungskonzept aus einem Guss ist noch nicht gefunden




Heft 1: Medizinischer Fortschritt in einer alternden Gesellschaft

Heft_01_TitelDie Autoren beleuchten aus ethischen, medizinischen und ökonomischen Aspekten die immer wieder neu herzustellende Balance von Wettbewerb und Solidarität im Gesundheitswesen.

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Heft 1: Medizinischer Fortschritt in einer alternden Gesellschaft
Vortrag 1: Ethische Aspekte
Vortrag 2: Medizinische Aspekte
Vortrag 3: Ökonomische Aspekte
Fazit: Die prekäre Balance zwischen Solidarität und Wettbewerb